Nierenerkrankungen

Chronische Niereninsuffizienz und Hochdruckkrankheiten

Die häufigsten Grunderkrankungen für eine Nieren-funktionsstörung (Niereninsuffizienz)
sind Diabetes mellitus und Bluthochdruck – beides Erkrankungen, die in unserer Bevölkerung zunehmen -
so dass hierdurch auch die Zahl der Patienten mit einer chronischen Nierenerkrankung steigt.
Die Niereninsuffizienz kann bis zum vollständigen Versagen der Nieren voranschreiten.
In diesem Fall müssen die betroffenen Patienten mit der künstlichen Niere (Dialyse)
behandelt werden. Bei einem Teil dieser Patienten, in Deutschland derzeit ca. ein Viertel,
kann eine Nierentransplantation durchgeführt werden.

Eine Niereninsuffizienz führt zu zahlreichen Störungen im gesamten Organismus, die den Patienten in den meisten Fällen bis kurz vor Eintritt der Dialysepflichtigkeit in seinem Allgemeinbefinden nicht, oder nur gering beeinträchtigen. Sie sollten jedoch möglichst frühzeitig behandelt werden, da hierdurch nicht nur das Voranschreiten der Niereninsuffizienz, sondern auch das Auftreten von Folgeschäden an anderen lebenswichtigen Organen verzögert werden kann. Als folgenschwerste Komplikation können aus einer Niereninsuffizienz Herz-Kreislauf-Erkrankungen resultieren. Die Erkrankung selber, wie auch die Behandlungen, können zu psychischen Problemen führen.

Dieses komplexe Krankheitsbild erfordert eine enge Zusammenarbeit mehrerer Fachdisziplinen, was durch den ganzheitlichen Therapieansatz in unserer Klinik gewährleistet ist. Die Behandlung der verschiedenen Stadien der Niereninsuffizienz erfolgt nach hierfür speziell zugeschnittenen Behandlungskonzepten.

Bei Patienten mit einer chronischen Niereninsuffizienz steht die Verzögerung des Voranschreitens der Erkrankung im Vordergrund. Neben der Niereninsuffizienz spielen auch die Grunderkrankung und Begleiterkrankungen eine wichtig Rolle für die Behandlung.

Dialyse

Für Dialysepatienten (Hämodialyse und Peritonealdialyse) sowie für Patienten mit transplantierter Niere stehen eine Verbesserung der Leistungsfähigkeit, eine gute Blutdruckeinstellung und eine psychische Stabilisierung im Vordergrund. Bei den nierentransplantierten Patienten soll zudem einer so genannten Transplantatvaskulopathie (Schädigung der Gefäße des Transplantates durch z. B. Bluthochdruck oder Immunsuppressiva) vorgebeugt werden.

Behandlung

Nach dem Aufnahmegespräch und einer körperlichen Untersuchung werden mit dem Patienten die Therapieziele und das Behandlungskonzept festgelegt. Die Behandlung umfasst:

  • als Basis eine gesunde Ernährung nach den Empfehlungen der Fachgesellschaften
  • bei chronischer Niereninsuffizienz ggf. eine an den Grad der Nierenfunktionsstörung angepasste Reduktion des Eiweissgehaltes
  • bei Dialysepatienten ein an die Dialysemethode angepasster Eiweißgehalt
  • bei nierentransplantierten Patienten eiweissnomalisierte Kost
  • Ernährungsschulung mit Lehrbuffet, ggf. Lehrküchentraining
  • Betreuung in der Nierensprechstunde
  • bei Diabetes Teilnahme an der strukturierten Diabetikerschulung, einmal pro Woche ein Termin in der Diabetessprechstunde und Einzelberatungen bei Bedarf
  • bei Bedarf kardiologisches Konsil
  • bei Bedarf orthopädisches Konsil
  • Ausdauersport (Fahrradergometertraining mit EKG- und Blutdruckkontrolle, Walking, bei Bedarf Adipositassportgruppe)
  • Gymnastik nach Indikation
  • Wassergymnastik nach Indikation
  • Medizinische Trainingstherapie nach Indikation
  • Elektrotherapie und Ergotherapie nach Indikation
  • balneophysikalische Maßnahmen
  • Stressbewältigungstraining
  • das Erlernen von Entspannungstechniken
  • bei Indikation psychologische Einzelgespräche
  • medikamentöse Therapie
  • ein Dialysezentrum befindet sich nicht weit von der Klinik in Freudenstadt.

Zur Diagnostik stehen Basis-Laboruntersuchungen, EKG, Spirometrie, Langzeit-Blutdruck-messung, Langzeit-EKG, Echokardiographie, Belastungs-EKG, Phasenkontrastmikroskopie des Urins, Abdomensonographie und Dopplersonographie zur Verfügung.