Ihr Weg zur Rehabilitation – ein Ratgeber für Ihre Antragstellung

Stationäre medizinische Rehabilitation

Die allgemeine Auffassung, Rentner und Pensionäre hätten keinen Anspruch
auf medizinische Rehabilitation (Kur), ist falsch! Laut Sozialgesetzbuch unterscheidet
man bei der Inanspruchnahme von medizinischen Rehabilitationsleistungen
zwischen Personen, die sich noch im Erwerbsprozess befinden und Personen,
die aus dem Erwerbsprozess ausgeschieden sind (Rentner/ Pensionäre) lediglich
hinsichtlich der Zielstellung der medizinischen Leistung.

Für diejenigen Personen, die noch im Berufsleben stehen, gilt als Ziel der medizinischen Rehabilitation, die durch Krankheit verlorengegangene Erwerbsfähigkeit wieder herzustellen oder eine vorhersehbare Erwerbsunfähigkeit zu vermeiden. Das Rehabilitationsziel für Rentner ist laut Sozialgesetzbuch in erster Linie die Vermeidung oder das Hinauszögern sich anbahnender Pflegebedürftigkeit. Dies sollte bei der Begründung des Antrages auf medizinische Rehabilitation von ihrem Arzt unbedingt berücksichtigt werden.

Mit diesen Informationen möchten wir Ihnen Wege zur medizinischen Rehabilitation aufzeigen.

Der behandelnde Arzt - insbesondere der Hausarzt, Facharzt, Betriebsarzt oder der medizinische Dienst der Krankenkasse - kann Ihnen eine Rehabilitation empfehlen.

Sprechen Sie Ihren Arzt gezielt auf die Möglichkeit einer stationären Rehabilitation an, wenn die gesundheitlichen Beschwerden Ihre berufliche Tätigkeit beeinträchtigen, gefährden oder wegen einer chronischen Krankheit eine intensive Behandlung notwendig ist.

Sind Sie zur Behandlung in einem Krankenhaus, kann von dort aus eine Anschlußheilbehandlung (AHB) beantragt werden.

  • bei Ihrer Rentenversicherung (Berufstätige, Hausfrauen/ Hausmänner nach 15 Jahren versicherter Berufstätigkeit)
  • bei Ihrer Krankenkasse (Familienversicherte, Rentner)
  • bei Ihrer Berufsgenossenschaft (nach Arbeits- und Wegeunfall, Berufskrankheit) Sie kommen dann spätestens nach 14 Tagen in eine Rehabilitationsklinik.
  • beim Versorgungsamt (Kriegsopfer und Opfer einer Gewalttat)
  • beim Sozialamt (Sozialhilfeempfänger)

Eine Rehabilitationsmaßnahme wird in der Regel für 3 Wochen bewilligt. Nach Ablauf von 4 Jahren können Sie erneut eine stationäre Rehamaßnahme beantragen, es ist aber auch schon früher möglich!

Wenn es Ihr Gesundheitszustand erfordert, müssen Sie die vier Jahre nicht abwarten. Sie können auch vorzeitig eine Rehabilitation beantragen (z.B. bei chronischen Erkrankungen oder bei einer deutlichen Verschlechterung Ihrer Beschwerden).

Sie planen bald eine Rehamaßnahme oder eine Anschlussheilbehandlung in einer Klinik Ihrer Wahl durchzuführen? Im Sozialgesetzbuch 9 § 9 ist geregelt, dass der Träger dieser Maßnahme (z.B. Ihre Renten- oder Krankenversicherung) Ihren Wünschen entsprechen muss. Dieses Recht sollten Sie nutzen und schon beim Antrag einen Vorschlag für die Klinik Ihrer Wahl unterbreiten. Bei der Auswahl der Klinik Ihrer Wahl sollten Sie Ihren Arzt, den Sozialdienst Ihres Krankenhauses oder weitere Beratungsstellen einbeziehen. Auch das Internet ist eine gute Quelle, um die entsprechenden Informationen zu bekommen. Grundsätzlich muss die Klinik Ihrer Wahl einen Vertrag mit dem jeweiligen Rehabilitationsträger haben. Sollte der Rehabilitationsträger Ihrem Wunsch nicht folgen, so müsste er dies entsprechend begründen. Der Bescheid sollte von Ihnen entsprechend geprüft werden, um gegebenenfalls Widerspruch einzulegen. Bei eventuellen Schwierigkeiten bei der Wunschbelegung der Klinik Hohenfreudenstadt, helfen wir Ihnen gerne weiter. Bei weiteren Fragen können Sie sich auch gerne an uns wenden: Klinik Hohenfreudenstadt Tel.: 07441/ 534-0

Aktuelle Informationen hierzu erhalten Sie bei Ihrer Krankenkasse, Ihrem Rentenversicherungsträger oder unter Arbeitskreis Gesundheit e. V. - Bonn-Center, Bundeskanzlerplatz 2 - 10, 53113 Bonn, Telefon: (0800) 1302177 (kostenlose Service-Nummer) bzw. im Internet unter www.arbeitskreis-gesundheit.de (unter Rubrik Patienten).