Ergotherapie

Angebote / Leistungen im Überblick

  • Hilfsmittelberechnung
  • Hilfsmitteltraining
  • Training der Aktivitäten des täglichen Lebens (ATL) Einzeln/und in der Gruppe

Born in the USA …

Anfang vorigen Jahrhunderts bemühte man sich in Boston (USA) erstmals, psychisch Kranke mit einer gewissen Systematik zu „beschäftigen“. Schnell wurde klar, dass man dazu Fachkräfte benötigte. Ein Lehrgang für Ergotherapie wurde am sozialmedizinischen Institut in Boston entwickelt. Im Jahre 1908 begann der erste offizielle Ausbildungsgang für „Occupational Therapy“. In Deutschland war es Simon, der 1922 die „arbeitsmäßige Tätigkeit“ für psychisch Kranke unter therapeutischen Gesichtspunkten einführte.

Viele Kriegsverletzte brauchten Ende des 2. Weltkrieges Rehabilitationsmaßnahmen. Aus Großbritannien und den USA kam Hilfe für Deutschland. Vom britischen Roten Kreuz wurden „Occupational Therapists“ nach Deutschland gebracht. In Bad Pyrmont bildeten sie 1947 bis 1949 in Kurzlehrgängen Beschäftigungstherapeuten aus. 1953 begann der erste Ausbildungslehrgang an der ersten Schule für Ergotherapie am „Annastift“ in Hannover.

Inzwischen gibt es fast 90 Fachschulen in Deutschland. Der Begriff Ergotherapie hieß früher „Beschäftigungs- und Arbeitstherapie“. Das Wort „TO ERGON“ kommt aus dem Griechischen und bedeutet eigentlich „WERK“. Dieses Wort wurde dann frei übersetzt als „Werken“ oder „Beschäftigen und Arbeiten“.

Methoden und Ziele der Ergotherapie

Das wohl wichtigste Ziel der Ergotherapie ist die Wiedererlangung der größtmöglichen Selbständigkeit, d.h. dass der Patient im Alltag möglichst ohne fremde Hilfe zu Recht kommen soll. Hierzu dient das motorisch funktionelle Training, das schwerpunktmäßig in der neurologischen und orthopädischen Rehabilitation eingesetzt wird. Dabei ist es notwendig, Körpergefühl zu vermitteln, die Gelenke zu mobilisieren, die Muskulatur zu kräftigen, Körpergewicht aufzubauen, physiologisches Verhalten zu üben und Aktivitäten des täglichen Lebens zu trainieren. Da vor allem nach frischen Operationen Alltagsverrichtungen wie das Anziehen oft noch schwer fallen, werden dem Patienten entsprechende Hilfsmittel angeboten, die solche Tätigkeiten erleichtern können und dem Patienten helfen, wieder selbständig zu werden. Außerdem sollen auf spielerische Art und mit Hilfe von handwerklichen Techniken verlorene Funktionen unbewusst wieder erlangt werden.

Ein weiteres Therapieangebot, insbesondere für AHB-Patienten, sind Gelenkschutzberatungen. Dabei wird vermittelt, welche Bewegungen für die betroffenen Strukturen schädlich sein können und wie der Patient sich verhalten soll. Zunächst werden die Anatomie und Pathologie der betroffenen Strukturen und die angewandten Operationsverfahren durchgesprochen, damit verständlich wird, warum manche Bewegungen vermieden werden sollten.

Um die Patienten nach einer Kurmaßnahme wieder ins Berufsleben einzugliedern, ist die Ergotherapie auch dafür zuständig, den Patienten über mögliche Arbeitsplatzveränderungen zu beraten. Dazu gehören die Einstellung von Bürostuhl, Schreibtisch und Computer, der Einsatz von Hilfsmitteln wie „Ergorest“ zur Entlastung der Schulter- und Nackenmuskulatur, Stehpulte für wechselnde Tätigkeiten zwischen Sitzen und Stehen etc. Diese Beratung wird im Rahmen der ergonomischen Arbeitsplatzgestaltung durchgeführt.