Ernährungstherapie

Gesunde Ernährung ist wichtig

Der Einfluss der Ernährung auf bestimmte Erkrankungen gilt heute als unbestritten.
Es ist daher unumgänglich, die Ernährungs-therapie in das Gesamtkonzept
der Behandlung aller Patienten mit einzubeziehen. Das Spektrum der ernährungs-bedingten bzw.
ernährungsabhängigen Erkrankungen ist breit und reicht von den so genannten Wohlstandserkrankungen
wie Fettsucht, Diabetes, Bluthochdruck und Fettstoffwechselstörungen bis hin zur chronischen Niereninsuffizienz
und onkologischen (Krebs-) Erkrankungen.

  • salz-, fett- und purinnormalisierte Vollkost nach DGE
  • spezielle Kostform entsprechend der Erkrankung (z.B. Zöliakie, Niereninsuffizienz)
  • Ernährungsseminare zu verschiedenen Themen
  • Ernährungseinzelberatung nach Indikation
  • Lehrküchentraining
  • Einkaufstraining nach Indikation
  • psychologisch geführte Essverhaltensgruppe

Die Klinik Hohenfreudenstadt als Lehrklinik für Ernährungsmedizin der Deutschen Akademie für Ernährungsmedizin (DAEM) verfügt über eine Abteilung für Ernährungs- und Diabetesberatung, die im Rahmen des Rehabilitationsaufenthaltes eine umfassende ernährungstherapeutische Aufklärung und Behandlung anbietet.

Die Ernährungstherapie der Klinik Hohenfreudenstadt beginnt bereits bei der Eingangsuntersuchung des Patienten, wenn durch den Arzt eine Kostform empfohlen wird, die dem Krankheitsbild und den Bedürfnissen des Patienten gerecht wird. Sie wird konsequent im Team (Ernährungsfachkräfte, diätetisch geschulten Köche) umgesetzt.

Die Maßnahmen für eine effektive Patientenbetreuung in der Klinik betreffen sowohl das Angebot an Versorgungsleistungen (Vollkost- und Diätkostformen) als auch an Therapieleistungen (Schulungen, Einzelgespräche etc.). Darüber hinaus wird durch Öffentlichkeitsmaßnahmen Aufklärungsarbeit hinsichtlich der Bedeutung einer Ernährungstherapie geleistet.

Die Basis für die Patientenversorgung stellt der Kostformkatalog (link) der Klinik Hohenfreudenstadt dar. Er basiert bezüglich der Vollkostformen auf aktuellen Empfehlungen für die Ernährung von Gesunden (DGE) sowie wissenschaftlich begründeten Kostformen für Diäten bei bestimmten Erkrankungen (Rationalisierungsschema). Die wichtigsten Elemente einer vollwertigen Ernährung sind ebenfalls berücksichtigt. Die Rationalisierung der Diäten, entsprechend der Leitlinien der Fachgesellschaften, ermöglicht sowohl die Primär- als auch Sekundärprävention ernährungs(mit)bedingter Erkrankungen.

Die Qualitätskontrolle des Vollkost- und Diätangebotes erfolgt auf 5 Ebenen:

1. Zu allen Kostformen liegen EDV-unterstützt berechnete Speisepläne mit allen relevanten Nährstoffen vor. Standardisierte Rezepturen sind die Grundlage für die Speisenzubereitung sowohl der Vollkost- als auch der Diätkostformen.

2. Der vierwöchige Speiseplan der Klinik Hohenfreudenstadt und die Hauptkochsalzträger (Brot-, Käse- und Wurstsorten) sind darüber hinaus auf einzelne Nährstoffe wie beispielsweise Natrium auch chemisch in einem Nahrungsmittellabor zur Qualitätsüberwachung analysiert worden. Bei kritischen Nährstoffen (v.a. Fett, Natrium) werden Proben gezogen und diese chemisch analysiert.

3. Die Zubereitung erfolgt mit Hilfe eines Essensbegleitbons mit allen relevanten patientenbezogenen Angaben. Vor Ausgabe der Mahlzeiten erfolgt eine Endkontrolle bezüglich der optischen und sensorischen Qualität.

4. Die Portionsgrößen der einzelnen Menükomponenten entsprechend der berechneten Speisepläne werden durch Abwiegen regelmäßig kontrolliert.

5. Die sensorische Qualität des Essens wird durch fortlaufende Kontrollen mit Hilfe eines standardisierten Patientenfragebogens erfasst und monatlich ausgewertet.

Der Reha-Aufenthalt bietet aufgrund der vergleichsweise langen Verweildauer (in der Regel drei Wochen) vielfältige Möglichkeiten, das Ernährungsverhalten des Patienten auch über den Aufenthalt hinaus zu modifizieren. Ziele in der Ernährungstherapie sind dabei u. a. dem Patienten günstigere Ernährungsgewohnheiten anzubieten, bei ihm langfristig zu etablieren und zu festigen sein Risiko für ernährungsabhängige Krankheiten (Primärprävention) und/oder sein Rezidivrisiko bei bestehenden Erkrankungen (Sekundärprävention) zu senken.

Zur Grundversorgung der internistischen, orthopädischen und psychosomatischen Patienten unseres Hauses gehört auch ein Angebot an Vorträgen über ernährungsabhängige Erkrankungen. Hierzu zählen Vorträge und Seminare zu den Themen Gesunde Ernährung, Gewichtsreduktion, Diabetes mellitus und Bluthochdruck. Diese Vorträge bieten die Möglichkeit, Patienten für Ernährungsthemen zu sensibilisieren und somit einen ersten Anknüpfungspunkt für die Auseinandersetzung mit dem Zusammenhang zwischen Ernährung und Gesundheit zu finden.

Mit modernen Methoden der Erwachsenenbildung werden die krankheitsspezifischen Schulungsprogramme durchgeführt. In Kleingruppen werden ein effektives Arbeiten und die Vertiefung krankheitsspezifischer Themen ermöglicht. Der Patient legt dabei, unterstützt vom Therapeuten, selbst fest, welches seine individuellen, in seinem Alltag realisierbaren Therapieziele sind. Der Therapeut ist in erster Linie Vermittler von Fachinformationen und Moderator, während die Gruppenteilnehmer Problemstellungen selbständig erarbeiten und so einen Umgang mit ihren individuellen Ernährungsproblemen erlernen. Diese Form des pädagogischen Vorgehens erhöht sowohl die Motivation zur Mitarbeit während der Therapie als auch die Selbstverantwortung des Patienten für eine langfristige Änderung seines Ernährungsverhaltens.

Methoden in Essschulungen

  • Vorträge
  • Arbeiten in Kleingruppen
  • Problemorientierte Gruppengespräche
  • Erfahrungsaustausch
  • Rollenspiele
  • Theoretische Übungseinheiten
  • Spiele
  • Praxistraining
  • Klientenzentrierte Einzelgespräche

Lehrküche
Einen pädagogisch besonders hohen Stellenwert hat das praxisorientierte Lehrküchenangebot. Dort lernt der Patient den letztlich entscheidenden Schritt: Die Umsetzung der in den theoretischen Einheiten erarbeiteten Therapieziele im eigenen Alltag. In der Lehrküche werden vollwertiges Essen wie auch einzelne Kostformen "schmeckbar" gemacht und zum Erlebnis. Sie trägt ganz wesentlich dazu bei, Vorurteile gegen eine gesundheitsfördende Ernährung abzubauen, die Zubereitung besser zu planen und neue Produkte kennen zu lernen. Derzeit werden folgende Lehrküchenveranstaltungen angeboten

Gesund und abwechslungsreich genießen Blitzschnelle Rezepte für Berufstätige Alternative Brotaufstriche Kochen mit diätetischen Spezialprodukten (z.B. eiweißarm bei Niereninsuffizienz oder glutenfrei bei Zöliakie) Jahreszeitlich angepasste Kochkurse, z.B. "Weihnachtsbäckerei"

Beratung
In Einzelgesprächen besteht die Möglichkeit, individuelle Ernährungsprobleme, die in einer Gruppentherapie nicht bearbeitet werden können oder vertieft werden sollten, zu beleuchten. Die Erstellung der individuellen Ernährungstherapie anhand der aktuellen Laborwerte, die Ernährungsanamnese, die ausführliche diätetische Produktinformation, die Besprechung der geeigneten Lebensmittelauswahl und Auswertung vom Patienten geführter Ernährungsprotokolle sind u.a. Inhalte der Einzelberatungen. In vielen Fällen ist hier eine Verknüpfung mit psychosozialen Problemstellungen gegeben. Deshalb erfordert gerade die Einzeltherapie ein Höchstmaß an sozialer Kompetenz und gegebenenfalls die intensive Zusammenarbeit mit den Psychologen im Haus. Begleitend zur Ernährungstherapie wird in interdisziplinärer Zusammenarbeit mit den Psychologen eine Essverhaltensgruppe angeboten, die persönliche Essverhaltensmuster aufdeckt und zur Essproblembewältigung beiträgt.

Bücher
Die Erfahrung, dass gesundes Essen auch schmeckt, wird von einem sehr großen Teil der Patienten während ihres Reha-Aufenthaltes gemacht. Damit jeder sein persönliches Lieblingsrezept auch zu Hause nachkochen kann, sind die Rezepte der Klinik im Internet unter www.ernaehrung.de veröffentlicht. Der jahrzehntelange Erfahrungsschatz der praktischen Umsetzung einer fettärmeren und salznormalisierten Ernährung wird in Informationsmaterialien für Patienten transparent und nachvollziehbar gemacht. Darüber hinaus werden aktuelle Broschüren zu Ernährungsthemen wie Laktoseintoleranz, Verdauungsbeschwerden, glutenfreier Ernährung und vielem mehr zur Verfügung gestellt. Theoretische Beratungsunterlagen werden bei Nachfrage ebenfalls an Patienten abgegeben.

Anschauungsunterricht
Zur Motivation und Anregung, über gesundes Essen nachzudenken, finden regelmäßig wechselnde Ausstellungen in Schaukästen und auf Sondertischen statt. Die Anfragen zu den präsentierten Themen während der Ernährungsschulungen bestätigen die Effektivität.  Sonderaktionen unter einem speziellen Motto, die auf spielerische Weise, z.B. in Form von Wissenstests, durchgeführt werden, fördern ebenfalls die Aufmerksamkeit der Patienten.

Publikationen
Um die bestehenden Möglichkeiten auch Multiplikatoren (Ernährungsfachkräften anderer Kliniken etc.) zur Verfügung zu stellen, werden Organisationsstrukturen, Forschungsergebnisse und Therapiekonzepte in Fachzeitschriften publiziert, auf Kongressen präsentiert und Hospitationen angeboten. Die Präsenz der ernährungstherapeutischen Abteilung bei Messen fördert den Bekanntheitsgrad der Lehrklinik beim Fach- und Laienpublikum.

Ausführliche Informationen zur Ernährungstherapie an der Klinik Hohenfreudenstadt finden sich unter der Rubrik Medizin im Kapitel Lehrklinik für Ernährungsmedizin.

Kräuterlexikon
Im Kräutergarten der Klinik Hohenfreudenstadt befinden sich einige bekannte, z. T. einheimische Kräuter, aber auch viele Exoten. In unserem Kräuterlexikon haben wir einige Informationen über die verschiedenen Kräuter zusammengefasst.