Psychovegetative Syndrome (PVESE – Erschöpfungssyndrom)

Unsere spezifischen therapeutischen Angebote

  • ärztlich und psychologisch geführte psychotherapeutische Einzelgespräche (tiefenpsychologisch und/oder verhaltenstherapeutisch orientiert)
  • Entspannungstraining
  • themenzentrierte Gruppen für Stressbewältigung, Selbstbehauptung ggf. Essverhalten
  • Interaktionelle Gruppe
  • Körperwahrnehmungsgruppe
  • Differenzierte krankengymnastische bewegungstherapeutische und balneologische Anwendungen
  • Patienten werden für eine weitergehende ambulante Psychotherapie angehalten und ermutigt
  • Falls erwünscht und möglich werden Angehörigengespräche angeboten

Psychische Probleme sind in der Allgemeinbevölkerung sehr häufig, oft in Folge oder auch als auslösender Faktor von körperlichen Beschwerden. Die psychische und die körperliche Symptomatik verstärken einander und erhöhen das Risiko der Chronifizierung eines Krankheitsbildes.

Wenn externe und interne Anforderungen nicht ausreichend bewältigt werden, entstehen vegetative und psychische Störungen. Gelingt keine positive Bewältigung aus eigener Kraft, kann der menschliche Organismus körperlich und seelisch aus dem gesunden Gleichgewicht kommen.

Behandlungsziel in unserer Klinik ist, die Patienten zu unterstützen, ein gesundes körperlich-seelisches Gleichgewicht zu finden und zu erhalten. Der Weg in Richtung Heilung geht über das Bewusstwerden körperlich-seelischer Zusammenhänge. Mit dem Patienten wird herausgearbeitet, welche Lebensbereiche ihn besonders belasten und welche bislang unzureichend genutzten persönlichen Ressourcen bei ihm vorhanden sind.

Das Syndrom ist in der ICD nicht systematisch dargestellt, es findet sich z.B. unter

  • Anpassungsstörung (F43.2)
  • Neurasthenie (F48.0), Erschöpfung
  • Somatoforme Störung (F45), unterschiedliche Ausprägung
  • „Burnout“ (Z73)

Die Zuweisungsdiagnose Burnout ist keine anerkannte ICD-Diagnose, sondern umschreibt ein somatopychisches Störungsbild; im Wortlaut der ICD: „Umstände oder Probleme... die den Gesundheitszustand einer Person beeinflussen, an sich aber keine bestehende Krankheit oder Schädigung“.

Das PVES ist das Ergebnis mehrerer pathogenetischer Faktoren, unter denen vor allem der Stress (Adaptationssyndrom von Selye), die Belastung der Stress-Achse (Hypothalamus, Hypophysenvorderlappen, Nebennierenrinde) und das Versagen der Anpassungsmöglichkeiten auf Belastungen im Alltag die entscheidende Rolle spielen.

Mit Begriffen wie „Erschöpfung“, Leistungsversagen, Konzentrationsverlust, Schlafstörung, Frustessen oder Konfliktunfähigkeit schildern viele Patienten selbst den Anlass zur Rehabilitationsmaßnahme. Das PVES wird von depressiven Verstimmungen, innerfamiliären Konflikten, vor allem Arbeitsstörungen begleitet. Die psychopathologische Analyse deckt darüber hinaus oft prämorbide Beziehungsstörungen und Traumatisierungen in der Biographie auf.

Nach dem Aufnahmegespräch und einer körperlichen Untersuchung werden mit dem Patienten die Therapieziele und das Behandlungskonzept festgelegt.
Die individuell zu erarbeitenden Therapieziele sind:
  • Introspektionsfähigkeit
  • Differenzierte Wahrnehmung eigener Gefühle und Bedürfnisse
  • Verbesserung der Körperwahrnehmung
  • Abbau von Hyperaktivität
  • Entwicklung von Entspannungsfähigkeit
  • Ausbau psychosozialer Kompetenzen
  • Vermittlung von konflikt- und problemorientierten Bewältigungsstrategien
  • Selbstakzeptanz
  • Positive Selbstfürsorge
  • Angemessene Selbstbehauptung
  • Motivierung zu eigenverantwortlichem Handeln

Die Behandlung des PVES als psychosomatisches Störungsbild erfolgt inter-disziplinär erfolgen, gerade wenn Patienten primär zur orthopädischen oder internistischen Rehabilitation zugewiesen wurden. Hierbei bewährt sich das engmaschige Konsiliarwesen im Hause. Es sind zunächst strukturierte Einzelgespräche erforderlich, um die körperlich-seelischen Zusammenhänge bewusst werden zu lassen.

Die Behandlung umfasst:
  • das Erlernen von Entspannungstechniken
  • Stressbewältigungstraining
  • therapeutisches Flugballspiel
  • bei Bedarf Psychotherapie
  • eine gesunde Ernährung nach den Empfehlungen der Fachgesellschaften
  • Gymnastik nach Indikation
  • Wassergymnastik nach Indikation
  • Ausdauertraining (Fahrradergometertraining, Walking)
  • Medizinische Trainingstherapie nach Indikation
  • Ergotherapie nach Indikation
  • balneophysikalische Maßnahmen
  • medikamentöse Therapie
  • Psychopharmaka nur bei dringendem Bedarf
Literatur
  • Fuchs, Th. (2010): Depression, Leiblichkeit, Zwischenleiblichkeit in H. Faller und H. Lang: Depression, Verlag Königshausen und Neumann.
  • Paar, G.H., S. Südhoff, R. Bückers (2005): Anpassungsstörungen, Angststörung und Persönlichkeitsstörungen in BAR (Hrsg.): Rehabilitation und Teilhabe, 266 – 275.
  • Rudolf, G. und P. Henningsen: Psychotherapeutische Medizin und Psychosomatik (2008).
  • Schonecke, O. W. und J. M. Herrmann: Psychophysiologie des Stress in Uexküll, Th. (2003), S192 – 208.
  • Kluthe, B., G. Müller, G. Schöck: ICF-Therapiekonzept für die Indikation Psychovegetative Syndrome
  • Schneider, H. (2015): Therapiekonzept Psychosomatische Therapieangebote Klinik Hohenfreudenstadt

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