Trauerbewältigung – Behandlung von Trauerreaktionen

Unsere spezifischen therapeutischen Angebote

  • Trauerbewältigungsgruppe
  • psychologische Einzelgespräche
  • Körperwahrnehmungsgruppe
  • Interaktionelle Gruppentherapie
  • Entspannungsverfahren
  • Fähigkeitsadaptierte bewegungstherapeutische Aktivierung
  • balneophysikalische Maßnahmen
  • auf Wunsch seelsorgerliche Gespräche, Andachten

Todesfälle, Trennungen, Umzüge, Arbeitsplatzverluste, auch schwere Kränkungen können depressive Reaktionen nach sich ziehen. Der Tod eines nahestehenden Menschen löst einen Trauerprozess aus, der sehr verschieden durchlebt wird. Die Trauerreaktion zeigt körperliche und psychische Symptome, i. d. R. elementare Traurigkeit, Verlust von Appetit und Antrieb, Grübeln, Gefühle von Schuld, Leere und Verzweiflung. Im Verlauf von mehreren Monaten normalisieren sich diese Vitalsymptome und die depressive Verarbeitung des Verlustes.

Von pathologischer Trauer wird gesprochen, wenn die Trauerreaktion von diesem „physiologischen“ Verlauf abweicht, und zwar mit unterschiedlichen psychopathologischen Bildern:

  1. Auslösung einer depressiven Episode mit wahnhaften oder suizidalen Zügen.
  2. Anfängliches Fehlen einer Trauerreaktion, die dann erst nach Monaten auftritt und hartnäckig fortbesteht.
  3. Fortbestehen einer Trauerreaktion über 6 Monate hinaus mit Schuldgefühlen, Rückzug, Leistungsabfall, etc.
  4. Eine oft erst nach längerer Pause eintretende hartnäckige Körpersymptomatik, oft in Form einer Schmerzstörung, die vom Patienten selbst nicht in Zusammenhang mit dem Todesfall gebracht wird. Nicht selten kommt es zum Zusammenbruch eines Menschen, der nach der langjährigen Pflege eines Familienangehörigen und dessen Tod zunächst entlastet schien, um dann nach einer Latenz schwer depressiv zu erkranken.

In der Rehabilitation werden solche Spätreaktionen oft unter dem Bild des Leistungsabfalls beobachtet mit vitaler Verstimmung und Auftreten nicht erklärbarer körperlicher Beschwerden und Schmerzen. Nicht selten auch die Angst der Tochter, an Alzheimer-Krankheit zu leiden, nachdem die Mutter daran nach langjähriger Krankheit gestorben ist.

In den Formen 2. bis 4. kann erst eine sorgfältige Anamnese den Zusammenhang zwischen einer depressiven Verstimmung bzw. einer somatoformen Schmerzstörung klären, da dieser dem Patienten selbst unbewusst geblieben ist. Die Diagnose ergibt sich oft erst im Verlauf einer Rehabilitationsmaßnahme.

Der therapeutische Zugang zum Patienten mit pathologischer Trauer gelingt erst nach mehreren Gesprächen, durch das in Gang setzen einer bewusstseinsnahen Trauerarbeit. Der therapeutische Prozess muss dann erweitert werden durch physiotherapeutische und balneologische Maßnahmen, durch Gruppenpsychotherapie, Einzelgespräche, Entspannungsübungen, auch durch die Gabe von Antidepressiva.

In der Klinik Hohenfreudenstadt bieten wir eine Trauerbewältigungsgruppe an, die interdisziplinär von einer unserer Psychologinnen gemeinsam mit unserem Seelsorger geleitet wird.

Angehörigenkontakte sind wichtig, um innerfamiliäre Konflikte und Verstrickungen aufzulösen. Erbstreitigkeiten sind nicht selten der „Aufhänger“ der Symptomatik, die zur Rehabilitationsmaßnahme geführt hat.

Das therapeutische Ergebnis ist das rasche Schwinden einer langdauernden quälenden Symptomatik. Körperfunktionen normalisieren sich, Aktivitäten und Teilhabe sind wieder möglich.

In der Nachsorge ist auf das Auftreten einer „endogenen Depression“ zu achten. Die weitere Trauerarbeit kann ambulant durch eine Psychotherapie unterstützt werden.

Literatur
  • Bräutigam, W. (1968): Reaktionen, Neurosen, Psychopathien.
  • Hartmann, H.P. et al. (2003): Verlust und Trauer in Uexküll : Psychosomatische Medizin, 341 – 353.
  • Freud, S. (1917): Trauer und Melancholie. Fischer-Verlag Frankfurt, Studienausgabe Band III, S. 197 – 212.
  • Schneider, H. (2015): Therapiekonzept Psychosomatische Therapieangebote Klinik Hohenfreudenstadt

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